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Ein besonderer Sieg des BVB

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Viele Jahre wurde mit der Frühjahrs-Begegnung zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund meist eine Vorentscheidung für die Meisterschaft verbunden. Seit dem Frühjahr 2013 ausschließlich zu Gunsten des Branchenführers von der Isar. Doch in diesem Jahr war der (vermeintliche) Klassiker lediglich ein Match für die Festigung der Ansprüche auf die Qualifikation der Champions-League-Saison 2024/25.

Für ihn wird Leverkusen nicht mehr von München abgefangen werden können: Das meint der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner wöchentlichen Kolumne zur Bundesliga nach dem Sieg von Borussia Dortmund bei den Bayern am 27. Spieltag.

Dortmund

Dafür hat Borussia Dortmund mit dem 2:0 bei Bayern München zur Freude seiner bundesweiten Fangemeinschaften und den Lippstädter „Optimisten“ einen wichtigen Schritt  nach vorne getan. Dazu beigetragen haben im Wesentlichen drei Männer: Neben den Torschützen Karim Adeyemi in der 10. Minute und Julian Ryerson in 83. Minute der Abwehrspieler Mats Hummels, der mehrfach Gegentore verhinderte. Damit präsentierte sich der 35-jährige erneut für das vom Bundestrainer Julian Nagelsmann zu berufene Aufgebot für die im Juni und Juli in Deutschland stattfindende Europameisterschaft. Der schwarz-gelbe Dreier in der Fröttmaninger Arena war auch für die Zukunft des in dieser Saison nicht unumstrittenen BVB-Übungsleiters Edin Terzic von Bedeutung, der den Ausgang in der ARD-Sportschau mit den zutreffenden Worten „Ein besonderer Sieg für uns“ interpretierte.

München

Trotz seiner Sturmläufe gelang es dem Titelverteidiger nicht, die Männer aus Westfalen zu bezwingen. Ausschlaggebend war unter anderem die fehlende Präzision ihres Mittelstürmers Harry Kane, der zwei Hochkaräter gegen Dortmund vergab. Durch diese Heimschlappe dürfte es den Bayern kaum noch gelingen, die Leverkusener nach ihrem wiederholten Sieg in der Schlussphase (2:1 gegen Hoffenheim) noch auf dem Weg zu ihrer ersten Meisterschaft abzufangen. Zur Einordnung: Aufgrund der gegenwärtigen Dominanz der Werkswahl benötigt diese aus den letzten sieben Ligapartien nur noch neun Zähler, selbst wenn München schadlos durch die restlichen Spieltage kommen würde. Angesichts der Anfälligkeit der vom scheidenden Coach Thomas Tuchel betreuten Bayern dürfte eine Umkehrung der aktuellen Konstellation an der Tabellenspitze kaum noch zu erwarten sein. Unabhängig vom Missbehagen über die vielen Pleiten in der laufenden Saison wabert an der Säbener Straße noch eine andere Frage: Wer wird der neue Trainer der Bayern? Keine angenehme Aufgabe in München. In den letzten acht Jahren haben es an der Isar sieben Sportlehrer versucht. Nach der Absage von Xabi Alonso wird die Suche nicht einfacher.

Köln

Die Abstiegssorgen von Köln haben nach dem 1:1 mit Augsburg einmal mehr zugenommen. Mit dem Remis gegen die Fuggerstädter waren die Geißböcke noch gut bedient. Sie werden sich unweigerlich darauf einrichten können, in der neuen Spielzeit im Unterhaus antreten zu müssen. Wie schwer es sein wird, in die Beletage zurückzukehren, zeigen seit knapp sieben Jahre die vergeblichen Anstrengungen des Traditionsclubs Hamburger SV. Noch drastischer ist das Beispiel der königsblauen Knappen aus Gelsenkirchen, die neben den sportlichen Nöten wegen ihrer Finanzsorgen zum Saisonende noch erheblich tiefer abrutschen können.

Bochum

Mit einem Sieg an der heimischen Castroper Straße hätte Bochum gegen das Schlusslicht aus Darmstadt einen Befreiungsschlag landen können. Lange sah es auch danach aus, bis die Schlussphase kam. Durch das enttäuschende 2:2 gegen die Lilien muss der VfL wieder um den Klassenhalt zittern, zumal die hinter ihm auf dem Relegationsrang liegenden Mainzer den sächsischen Brausemännern in Leipzig ein überraschendes 0:0 abtrotzen konnten.

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