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Wohnen im Alter in den Niederlanden

Beim öffentlichen Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Seniorinnen und Senioren in der Lippstädter Sozialdemokratie zum Thema „Wohnen im Alter“ im Mai 2026 hatte Ralf Margott, ein profunder Kenner der Szene in Maashorst-Uden, die Situation in der Lippstädter Partnerstadt erläutert. Zudem ist der Overhagener seit Jahren einer der Motoren der Verbindung zwischen den Kommunen im Brabant und Westfalen. Jene Beziehung, die am Freitag, 22. Oktober 1971, während der Herbstwoche durch die Unterschriften des Bürgermeisters Dr. Gerard Schampers (1922-2006) aus Uden und seines Lippstädter Amtskollegen Jakob Koenen (1907-1974) in einer gemeinsamen Sitzung der Vertretungen von Uden und Lippstadt formal besiegelt wurde.

Informationen aus Maashorst

Momentaufnahme beim Rundgang in der Lippstädter Partnerkommune.
Als fünfte Person von rechts ist Ralf Margott, einer der Motoren der Verbindung zwischen den Kommunen aus dem niederländischen Brabant und Westfalen, abgebildet.
Foto: Karl-Heinz Tiemann

Schwerpunkte

Und eine nachhaltige Unterstützung für das Vorhaben der Lippstädter Gruppe in den Niederlanden leistete das Maashorster Partnerschaftskomitee, insbesondere Olga Vogels. Auf dem Programm standen nicht Sightseeing, Einkaufen oder Kaffeetrinken, sondern ein intensives Kennenlernen von „Wohnen im Alter“ in der nordbrabantischen Stadt. Dabei bildeten drei Schwerpunkte den Rahmen der Erkundigungen. Nach dem offiziellen Empfang durch den  Bürgermeister der zum 1. Januar 2022 aus Landerd und Uden fusionierten heutigen Stadt Maashorst, Hans van der Pas, in Verbindung mit einem vorzüglichen Buffet ging es zur Sache. An konkreten Beispielen, speziell am aktuellen Wohnprojekt Knarrenhof, stellten die Beigeordneten Franko van Langfelt und Cock de Jong sowie die Projektmanagerin Alieke Blom die Herangehensweise der Gemeente Maashorst – förmliche Bezeichnung des Ortes in den Niederlanden – an das in naher Zukunft immer stärker in den Fokus rückende Problem vom Wohnen und Leben im Alter differenziert vor. Gelegentlich auftauchende sprachliche Barrieren überbrückte Ralf Margott, da er derweil Niederländisch ganz gut beherrscht. Auf dem folgenden Rundgang durch das Zentrum erfuhr die Abordnung aus Lippstadt an ausgesuchten Beispielen (Marktplatz, Sacramentsweg, Mondrianplein, Brantplein, Take Ten und St. Jan), wie man das Thema Wohnen angegangen ist, beziehungsweise aktuell mit dem neuen Projekt DICO umsetzen will.

Zusammenleben

Auf dem Weg zur letzten Station MuzeRijk ging es mit dem Bus nach Uden Zuid, der ersten städtebaulichen Erweiterung südlich der vorhandenen, großzügig ausgebauten Ringstraße. In Uden Zuid wurden die strengen raumordnungspolitischen Vorgaben erstmalig gelockert und Möglichkeiten für freien Wohnungsbau geschaffen. Auf der historisch bedeutsamen Kerkstraat wurde die letzte Station MuzeRijk in Bitswijk aufgesucht. Im Rahmen einer intensiven Führung durch die unterschiedlichen Bereiche wurde den „Inspekteuren“ aus Lippstadt hautnah das Zusammenleben von völlig verschiedenen Bevölkerungsgruppen präsentiert. Wie es vom Kleinkind bis hin zum alten, gebrechlichen Menschen funktionieren kann, wenn alle bereit sind, ihren Beitrag dazu zu leisten. Ein köstliches Abendessen beendete die spannende Reise. Anregungen, erneut nach Maashorst zu fahren, gab es während der Fahrt immer wieder, verstärkt während des langen Verkehrsstaus im Ruhrgebiet. Ralf Margott nutzte die Zeit, um den Reisenden aus Lippstadt weitgehend unbekannte Bezüge zwischen Uden und Deutschland aufzuzeigen.

Prinzipien

Nach den Aufzeichnungen von Karl-Heinz Tiemann über seine Eindrücke in Maashorst sind ihm vor allem vier Prinzipien aufgefallen: a) Jung und Alt werden nicht getrennt gedacht, sondern räumlich und im Alltag zusammengebracht. b) Wohnen, Begegnung, Bildung, Betreuung, Pflege, Sport und Ehrenamt werden miteinander verbunden. c) Die Kommune schafft Räume und Rahmenbedingungen, während Vereine, Initiativen, Bewohnerinnen und Bewohner und soziale Träger die Inhalte mit entwickeln. Und d) Neue Wohnformen werden nicht erst am Ende der Planung berücksichtigt, sondern von Anfang an als Bestandteil der Stadtentwicklung vorgesehen. Diese Punkte wollen die Genossinnen und Genossen der Lippstädter SPD-Gruppe 60plus jetzt für eigene Initiativen vor Ort aufgreifen. Auch darüber wird Rote Lippe Rose fortgesetzt berichten. 

Hinweis

Dieser Beitrag wurde nach den Notizen von Ralf Margott und Karl-Heinz Tiemann von Hans Zaremba aufgezeichnet.

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