Dass die Sozialdemokraten trotz ihrer gegenwärtig geringen Umfragewerte und kläglichen Ergebnisse bei den Landtagswahlen in diesem Jahr (im März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie im September in Sachsen-Anhalt und Berlin) noch Wahlen gewinnen können, haben sie im September 2025 bei den kommunalen Abstimmungen in Hamm imponierend unterstrichen.
Beispiele von Marc Herter für eine wirksame Politik

Foto: Hans Zaremba
Familienfreundliches Hamm
Zur Erinnerung: Im Vorjahr wurde der seit November 2020 amtierende Marc Herter mit beachtlichen 63,6 Prozent im ersten Wahlgang als Oberbürgermeister eindrucksvoll bestätigt und die SPD erreichte beim Votum für die Zusammensetzung des Rates in der kreisfreien Großstadt Hamm für die Periode von 2025 bis 2030 stattliche 46,2 Prozent. Die Erfolgsrezepte des SPD-Engagements in seiner Heimatstadt erläuterte Herter im Nicolaiforum in der von der Arbeitsgemeinschaft der SPD für die ältere Generation durchgeführten Diskussion „Was eine erfolgreiche Kommunalpolitik bewirken kann“. Was in der benachbarten Kommune mit ihren knapp 180.000 Einwohnerinnen und Einwohner zu den Erfolgen seiner Partei geführt habe, zeigte der 52-Jährige Politiker im vom Sprecher der Lippstädter SPD-Senioren, Karl-Heinz Tiemann, eröffneten Dialog an etlichen Beispielen auf. So den „Weg von Hamm zur familienfreundlichsten Stadt“, was er bei seinem Amtsantritt als Stadtoberhaupt gemeinsam mit dem Stadtrat zum Ziel von Hamm gesetzt habe und fügte hinzu: „Dieses Leitmotiv bestimmt unser Handeln: Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass sich Familien in Hamm wohlfühlen, ihr Leben nach ihren Wünschen gestalten können und mit ihren Wünschen, Ideen und Anliegen in die weitere Entwicklung in Hamm einbringen können. “Zusammenfassend erklärte Herter in Lippstadt: „Wir wollen, das Leben der Familien in Hamm jeden Tag ein Stück besser machen. “Ein richtiger kommunalpolitischer Ansatz, der im vergangenen Jahrzehnt auch in Lippstadt verstärkt durch die tiefgreifende Arbeit des jetzt in den beruflichen Ruhestand getretenen Leiters des Fachdienstes Kinder und Jugendarbeit, häufig auch in der Kurzform als Familienbüro benannt, Frank Osinski, geprägt wurde. Es wird nun befürchtet, dass diese Grundlage an der Lippe infolge personeller Wechsel in der Verwaltung und die damit verbundene Aufgabe des am 30. Juni 2025 vom vorherigen Rat nach interfraktionellen Kooperationen und mit Beistand der GWL (Grundstücks- und Wohnungsbau GmbH Lippstadt) einstimmig beschlossenen Treffpunkts an der Beckumer Straße verlorengeht.
Finanzielle Ausstattung
Die meisten Menschen wollen im Alter in ihrer gewohnten Umgebung, in ihrem Quartier, bleiben. Sie wünschen sich, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben. Dafür brauche es, so Herter, „eine Beratung und Unterstützung bei der altersgerechten Umgestaltung der Wohnung oder bei der Suche eines passgenauen Ersatzes“. Ebenso habe Hamm die Hilfen bei der Bewältigung des Alltags durch ambulante Pflege, vorpflegerische haushaltsnahe Angebote (Unterstützung beim Einkaufen und anderer Verrichtungen im Haushalt) intensiviert. Schließlich setze die Stadt Hamm mit ihrem Programm „Älterwerden in Hamm“ nach den Worten ihres Oberbürgermeisters „auf Erhaltung der Mobilität und die Förderung einer gesunden Lebensweise“. Ebenso schaute der Gast der Lippstädter SPD auf das Thema Offene Ganztagsschulen (OGS). Jenes zentrale Angebot an den Grundschulen in Nordrhein-Westfalen mit der Verbindung von Unterricht, Betreuung Förderung und Freizeitangeboten. Durch eine moderate Struktur der Elternbeiträge wolle man in Hamm möglichst vielen Kindern die Teilnahme ermöglichen. Dabei bekannte sich Hertermit Blick auf das Programm „Kein Kind zurücklassen“ der einstigen von der SPD gestellten Ministerpräsidentin als „ein Jünger von Hannelore Kraft“. Als „mangelhaft“ bewertete der vormalige Landtagsabgeordnete die aktuelle finanzielle Ausstattung der Gemeinden und Städte in Nordrhein-Westfalen, wo gerade noch sieben der 396 Kommunen ihre Ausgaben durch Einnahmen decken können. Für den Hammer Sozi ist die Kommunalministerin in der Landesregierung gefordert, den rechtlichen Rahmen herbeizuführen, der den Kommunen ihre Haushaltswirtschaft planen und führen lässt.