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Vom Lokalen bis zum Fußball

Wenig verheißungsvolle Botschaften hatte in der vergangenen Woche der Co-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Lippstädter Stadtrat, Oliver Bertelt, im Sommergespräch mit der örtlichen Tageszeitung zu verkünden. Angesichts der drohenden Haushaltssicherung der Stadt Lippstadt werden nach seiner Einschätzung zwangsläufig viele Projekte auf der Strecke bleiben. Neben der ohnehin schwierigen Perspektive für den Kurort Bad Waldliesborn infolge der zum 1. Oktober 2023 vorgenommenen Schließung der Therme sind nach den Worten des Ortsvorstehers  von Benninghausen ebenso andere Vorhaben gefährdet. Unter anderem die lange von vielen Institutionen und Personen in Lippstadt geforderte (und eigentlich vom Stadtrat beschlossene) überfällige Erneuerung mit dem Anbau des Stadtmuseums sowie die umfängliche Neugestaltung des Geländes der vormaligen westfälischen Union.

Wochenrückblick von Hans Zaremba

Befürchtet infolge der Haushaltssicherung die Aufgabe einiger Projekte der Stadt Lippstadt:
Dies meinte in der vergangenen Woche der Co-Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Oliver Bertelt.

Aus für Schützenhalle

Und den Ortsteil Lipperode ereilte eine Hiobsbotschaft der besonderen Art. Was in dem Dorf schon länger befürchtet wurde, ist nun zur Gewissheit geworden: Die Schützenhalle und der Vorplatz in Lippstadt-Lipperode dürfen nicht mehr genutzt werden. Ab sofort. Das hat das Oberverwaltungsgericht NRW entschieden und damit einer Entscheidung des Arnsberger Verwaltungsgerichtes entsprochen. Dies vermeldete am gestrigen Freitagnachmittag der WDR. Der Hintergrund für diese Gerichtsentscheidung ist ein jahrelanger Streit mit einer Anwohner-Familie. In dem Verfahren stellte sich heraus, dass es in den Archiven keine Genehmigung für den Bau der Halle aus dem Jahr 1908 gibt. Dazu berichtete der Sender weiter: Es geht um Lärm. Über Jahrzehnte ist immer wieder nach Lösungen gesucht worden. Die Nutzung der Halle wurde auf wenige Termine im Monat beschränkt, eine Lärmampel wurde eingebaut. Sobald die rot zeigte, musste die Musik leiser gestellt werden. Doch das alles scheint nicht genutzt zu haben, denn das Oberverwaltungsgericht verfügte das Aus für die Nutzung der Halle. Für die Schützen in Lipperode bedeutet dies jetzt die mühsame Suche nach einer Alternative, um auch künftig ihr traditionsreiches Fest ausrichten zu können.

Zukunft der Rente

Die bundesweite Debatte über die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren wurde auch in Lippstadt beim vom heimischen Bundestagsabgeordneten aus der SPD, Jens Behrens, initiierten Dialog Zukunft der Rente aufgegriffen. Eine öffentliche Veranstaltung, die der Lippstädter Parlamentarier gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen und Sozialexperten Jens Peick aus Dortmund ausrichtete. Nicht nur das Treffen im Cartec zeigte auf, wie schwierig es ist, eine überzeugende Lösung für die Probleme der Altersversorgung zu finden. Dazu veröffentlichte am Donnerstag, 20. August, die Agentur Reuters die nachstehenden Zeilen: Die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren stößt auf große Ablehnung in der Bevölkerung. 75 Prozent der Befragten des am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometers sprechen sich gegen die Abschaffung aus, nur 20 Prozent finden dies richtig. Die schwarz-rote Koalition will im Herbst die Rentenreform beschließen. Zuletzt hatten drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten längere Übergangsfristen etwa in Ostdeutschland gefordert, wo mehr Menschen wegen eines früheren Jobstarts 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben – und wo die durchschnittliche Lebenserwartung niedriger liegt als im Westen. Kritik gibt es auch in der SPD. Eine deutliche Ansage, die der schwarz-roten Koalition die Suche nach effektvollen  Lösungen für eine zukunftssichere Rente nicht erleichtern dürfte. Zudem haben die Umfragewerte nach dem zitierten Politbarometer für den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen abermaligen Tiefpunkt erreicht, der seine Durchsetzungskraft bei der Bewältigung der unbeantworteten politischen Herausforderungen der von ihm repräsentierten Bundesregierung weiter schwächen dürfte.

Fußball

Aufgeschreckt wurden am Mittwoch viele Fußballfans, als sie vom Zusammenbruch des Bayern-Profis Jamal Musiala im Testspiel seines Vereins gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim (4:2) erfuhren. Bereits am vergangenen Samstag musste der Nationalspieler im Vergleich der Münchener mit den Leipzigern (3:1) das Spielfeld vorzeitig verlassen. Unterdessen wurde bekannt, dass bei ihm temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt wurden, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen ist. Vorerst dürfte der Kicker seiner Mannschaft fehlen, weil weder die Bayern noch Jamal Musiala ein Risiko eingehen wollen. Eine richtige Entscheidung: Die Gesundheit des Mittelfeldmannes hat vor allen anderen Themen absoluten Vorrang. Damit rückt das für den heutigen Samstagabend, 20.30 Uhr, in Dortmund anstehende Spiel um den Franz-Beckenbauer-Supercup noch mehr in den Hintergrund. Nicht von ungefähr sehen viele Kritiker in der sportlich unbedeutenden Partie an erster Stelle eine weitere Stufe der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs. Von größerem Interesse dürfte hingegen die an diesem Wochenende begonnene erste Hauptrunde im DFB-Pokal sein. Mögliche Überraschungen sind der besondere Reiz dieses Wettbewerbs, in dem nur sechs Auftritte ausreichen, um einen nationalen Titel zu erreichen. Und in Lippstadt schaut man auf den schwarz-roten SV 08, der am Sonntagnachmittag um 15.00 Uhr den TSV Victoria Clarholz zum zweiten Heimspiel in der aktuellen Oberliga-Saison empfängt. Nach dem torlosen Treffen und guten Leistung vom vergangenen Sonntag bei der zweiten Auswahl von Preußen Münster gehen die Schützlinge von Felix Bechtold nun mit der nötigen Zuversicht in das Match mit dem Club aus dem benachbarten Kreis Gütersloh.

Hinweis

Diese Zeilen wurden am Samstag, 22. August 2026, 11.00 Uhr, veröffentlicht.

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