Während das Oberhaus mit der Partie des FC Bayern München und dem VfB Stuttgart erst am Freitag, 28. August, seine 64. Auflage eröffnet, startet die Zweite Liga ihren Wettbewerb 2026/27 bereits am kommenden Freitag. Zum Auftakt empfängt der VfL Bochum die Hertha aus Berlin. Zwei Clubs, die nicht unbedingt zu den Favoriten für den Aufstieg in die Bundesliga zählen. Diese Aussichten haben verstärkt die letzten Absteiger aus der Beletage, VfL Wolfsburg, 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli. Womöglich gehört auch Hannover 96 zu den Anwärtern auf eine Bundesliga-Rückkehr.
Blick auf die Zweite Liga von Hans Zaremba

Sie nimmt der Begleiter von Borussia Dortmund, Hans Zaremba, in seiner wöchentlichen Kolumne zum Fußball vor.
Wolfsburg
Nach 29 Jahren in der höchsten Spielklasse musste der VfL Wolfsburg nach seiner Schlappe von 1:2 in der Relegation gegen den SC Paderborn 07 am Pfingstmontag den bitteren Gang ins Unterhaus antreten. Auch der millionenschwere Beistand durch den am Mittellandkanal ansässigen Autokonzern konnte den Abstieg des VfL nicht verhindern. Mit dem vom SC Verl verpflichteten jungen und aufstrebenden Betreuer Tobias Strobl streben die Wölfe nun die direkte Bundesliga-Rückkehr an. „Es sind ja auch schon Spieler geholt worden, die auch mal in einer vergleichbaren Situation waren“, war vom neuen Coach im Rundfunk zu hören. Für diese Aufgabe wurden in Wolfsburg zweitligaerfahrene und hungrige Spieler – Fabian Reese (Hertha BSC), Robert Glatzel (Hamburger SV) und Hauke Wahl (FC St. Pauli) – gefunden.
Heidenheim
Trotz eines Endspurts mit zwölf Punkten aus acht Spielen und der Abgabe der Roten Laterne an den FC St. Pauli reichte es für den 1. FC Heidenheim am Ende nicht für ein Liga-Wunder. Die von ihrem Langzeittrainer Frank Schmidt geleitete Mannschaft kehrte nach dreijähriger Bundesliga-Zugehörigkeit wieder ins Unterhaus zurück. Auf der Ostalb ist man auf eine solche Abfolge vorbereitet, was in der „Sport-Bild“ von Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender, zu entnehmen war, als er betonte: „Die Grundstimmung im Verein ist trotz des Abstiegs jetzt positiv. Wir sind als gesamter Verein auf einem völlig anderen Level, als wir das vor dem Aufstieg gewesen sind und wollen auf allen Ebenen angreifen!“ Das klingt nach Wiederaufstieg, obwohl bislang keine auffälligen Zugänge zu registrieren sind.
St. Pauli
Verhaltener ist die Stimmung beim FC St. Pauli. Der von Holstein Kiel beim Kultclub angedockte Impresario, Marcel Rapp, meinte in einer von den Medien verbreiteten Meldung: „Wir wollen eine gute Arbeitsmoral und ein gutes Miteinander haben. Dass wir immer besser werden wollen, soll sich wie ein roter Faden durchziehen.“ Gleichwohl ist dem Trainer bewusst: „Es ist zu früh, um über eine Zielsetzung zu reden, aber in der Zweiten Bundesliga gibt es eigentlich nur zwei Ziele. Das eine ist der Klassenerhalt und das andere ist der Aufstieg.“ Auf dem Transfermarkt ist bei den Kiezkickern aktuell noch nicht ganz so viel passiert. Ein Fingerzeig, warum der Trainer den Aufstieg als Plan noch nicht ausgerufen hat.
Hannover
Bereits sieben Spielzeiten befindet sich Hannover 96 jetzt schon in der Zweiten Bundesliga. Für die Ansprüche der Niedersachsen viel zu wenig. Dennoch vertraut der Traditionsverein weiter auf seinen Coach Christian Titz, obwohl man mit ihm im Mai 2026 die Relegation als Vierter knapp hinter Paderborn verpasste. Mit der vom in 2025 aus Magdeburg an die Leine gewechselten Sportlehrer verkörperten Spielphilosophie will der lange vom Unternehmer Martin Kind als Club-Boss repräsentierte Verein in die Bundesliga zurück. Begleiten auf diesem Weg soll die Hannoveraner der neue Geschäftsführer Sport, Jonas Boldt, der von 2019 bis 2024 als Sportvorstand des HSV tätig war. In der Hansestadt vermochte es der Manager in seiner Amtszeit allerdings nicht, das Bundesliga-Gründungsmitglied zum Comeback in der Beletage zu verhelfen. Das gelang den Hamburgern erst im Frühjahr 2025.