Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Absehbares Scheitern in Amerika

Nach der schwachen Gruppenphase der Mannschaft des DFB (Deutscher Fußball-Bund) bei der von der Fifa (Fédération Internationale de Football Association) ausgerichteten WM (Weltmeisterschaft) im Fußball überraschte ihr Ausscheiden gegen Paraguay nicht sonderlich. Es war ein absehbares Scheitern, was schon mit der Auswahl der vom Coach Julian Nagelsmann berufenen 26 deutschen Kicker begann.

Anmerkungen zum WM-Aus des DFB von Hans Zaremba

Für ihn ein absehbares Scheitern:
Das meint der Chronist der Lippstädter BVB-Fans, Hans Zaremba, zur Pleite von Deutschland bei der WM in Amerika

Anschauliches Dilemma

Drei verschossene Elfer im Sechzehntelfinale, das Aus gegen einen kämpferisch auftretenden, aber spielerisch kaum überzeugenden Gegner, dem 41. der Fifa-Rangliste, schildert anschaulich das ganze Dilemma des DFB-Teams. In der ersten K.-o.-Partie des von Deutschland am Sonntag, 14. Juni, mit 7:1 gegen  Curacao gestarteten Turniers enttäuschten die Nagelsmänner am vergangenen Montag auf der ganzen Linie: Im Angriff zu harmlos, in der Abwehr zu schläfrig. Was das vom Bundestrainer formierte Team in seinem vierten WM-Match ablieferte, war stellenweise nur kaum zu ertragen. Über weite Strecken waren einfallslose hochbezahlte Fußballer zu beobachten und ihre Mutlosigkeit aus etlichen Gesichtern abzulesen. Zu ihnen zählte unter anderem der überforderte Kapitän Joshua Kimmich, der sich nicht nur in seiner Rolle als Außenverteidiger schwer tat. Langjährige Beobachter der Szene haben noch die legendären Spielführer Fritz Walter (1920-2002), Uwe Seeler (1936-2022), Franz Beckenbauer (1945-2024) und Lothar Matthäus in Erinnerung. Sie waren es, die ihren Mitspielern auf den Turnieren vergangener Zeiten immer wieder die notwendigen Impulse vermittelten, wenn es nicht richtig voranging. Nun ist der Profi des FC Bayern München 31 Jahre alt. Er hat drei Weltmeisterschaften (2018, 2022 und 2026) als Aktiver erlebt, jedoch ohne einen bemerkenswerten Erfolg, der in den Annalen haften bleibt. Ob auf seine bisherigen 114 Länderspiele noch weitere Einsätze folgen, wird die gesamte Neuausrichtung der deutschen Nationalmannschaft in den kommenden Wochen zeigen.

Umstrittener Übungsleiter

Davon betroffen sein dürften auch die Perspektiven des ohnehin umstrittenen Übungsleiters Julian Nagelsmann, dem speziell seine nicht ausreichende Kommunikation vorgehalten wird. Sein voreiliger Spruch nach dem vorzeitigen Ende des DFB bei der EM (Europameisterschaft) in den heimischen Gefilden vor zwei Jahren, mit Deutschland in 2026 Weltmeister zu werden, war nichts anderes als reines Wunschdenken eines oft zu vorlaut agierenden Selbstdarstellers. Bereits kurz nach dem vergeigten Auftritt der DFB-Crew in Boston war im ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) zu früher Stunde am Dienstag geharnischte Kritik gegenüber dem sportlichen Leiter der deutschen Auswahl zu vernehmen. Am ausdrücklichsten wurde der einstige Nationalspieler Christoph Kramer, der gegenwärtig als begehrter Experte des Mainzer Senders zu betrachten ist: „Am Ende ist der Trainer immer der, der es lenkt. Der ist immer der Stärkste. Er bestimmt die Stimmung, er bestimmt die Spielweise, er bestimmt alles.“ Obwohl der ehedem in Hoffenheim als Sportlehrer in der Bundesliga gestartete Julian Nagelsmann noch einen Vertrag als Bundestrainer bis 2028 hat, vermutete der vormals in Leverkusen und Mönchengladbach im defensiven Mittelfeld tätige Fußballer ein baldiges Ende des zweifellos gescheiterten 38-jährigen Coachs. Hingegen nahm der frühere Trainer des SC Freiburg, Christian Streich, im ZDF den deutschen Chefbetreuer und die Mannschaft gleichermaßen in die Pflicht, als er meinte: „Was ich natürlich gesehen habe, von einigen Spielern, das war nicht genug. Und vom Trainer ist es dann auch nicht genug.“ Der Betroffene selbst schloss einen freiwilligen Abschied aus seinem jetzigen Amt aus. Doch der DFB sollte in 2026 nicht die Fehler nach den von seinen Leuten total vermasselten Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022) wiederholen, als er an den damals erfolglosen Joachim Löw und Hansi Flick zu lange festhielt. Ein frühzeitiger Schnitt in 2026 scheint geboten zu sein.

Letzte Aktualisierungen: