Die Überschriften der letzten Woche wurden im Wesentlichen vom Fußball beherrscht. Aufgrund der bis zum Sonntag, 19. Juli, angesetzten Termine der WM (Weltmeisterschaft) 2026 im Fußball werden sich ähnliche Headlines ebenso in den nächsten 32 Tagen wiederholen. Alles weniger wegen des sportlichen Geschehens bei der WM, sondern verstärkt infolge der vom Weltverband des Fußballs, Fifa (Fédération Internationale de Football Association), verursachten negativen Begleitumstände. Sie werden durch den Gigantismus mit einem Teilnehmerfeld von 48 Nationen und überbordenden Kommerz-Interessen bestimmt.
Wochenrückblick von Hans Zaremba

Diese Aufnahme von links mit Roland Jathe, Bernhard Scholl und Hans Zaremba ist vor dem Eröffnungsspiel der WM 2006 in Deutschland zwischen der Auswahl von Deutschland gegen Costa Rica (4:2) in München im Vereinslokal des Lippstädter BVB-Fanclubs OPTIMISTEN entstanden.
Die auf diesem Bild von den drei OPTIMISTEN vermittelte Zuversicht sollte sich schon bald bestätigen, als aus dem weltweiten Turnier das legendäre Sommermärchen 2006 wurde. Doch zwei Jahrzehnte später gibt angesichts der ausufernden kommerziellen Interessen und des viel zu großen Teilnehmerfeldes bei der WM in Kanada, Mexiko und USA berechtigte Zweifel, ob sich in 2026 in Deutschland eine echte Begeisterung für das gigantische Turnier des Fußball-Weltverbandes Fifa entwickeln lässt.
Archiv-Foto: Sammlung Hans Zaremba
Begeisterung
Im Mittelpunkt der aktuellen Kritik steht insbesondere der umstrittene Vormann der Fifa, Giovanni Vincenzo Infantino, und seine unsägliche Kumpanei mit dem polarisierenden Mann im Weißen Haus, US-Präsident Donald John Trump. Dadurch verliert das Spiel mit dem Ball seinen Reiz. Nun steht am morgigen Sonntagabend, 14. Juni, 21.00 Uhr (MESZ), das erste Match der Auswahl des DFB (Deutscher Fußball-Bund) gegen Curacao auf dem Spielplan. Vom Verlauf dieser Begegnung wird viel abhängen, inwieweit das weltweite Fußball-Treffen in Amerika bei den deutschen Fans die vom Veranstalter angestrebte Begeisterung bewirken kann. Die Eröffnungspartie zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) war mit ihren bescheidenen spielerischen Elementen eher eine Enttäuschung. Auffallend waren im Aztekenstadion neben der großen Show mit dem Gesang der Künstlerin Shakira vor dem Anpfiff die im folgenden Match vom Schiedsrichter gezückten roten Karten, zwei für das afrikanische Team und eine für die mittelamerikanischen Kicker.
Bundespolitik
Dass bei soviel Fußball das politische Geschehen ins Abseits rückte, überrascht nicht sonderlich. Dies dürfte womöglich dem einen oder anderen Akteur in Berlin entgegengekommen sein, weil damit mehr oder weniger die Probleme für die vom Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach angekündigten Reformen aus dem unmittelbaren Blickfeld rutschten. Dennoch bleiben sie erhalten, was am Donnerstagnachmittag bei der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Seniorinnen und Senioren in der Lippstädter SPD deutlich wurde, als der ehemalige Landtagsabgeordnete und vormalige Kommunalpolitiker Karl-Heinz Brülle (SPD) einen aufschlussreichen Impuls zur gegenwärtigen Gemengelage vermittelte. Durch den offenkundigen Rückstand an Reformen – verstärkt hervorgerufen durch die Amtszeit der früheren Kanzlerin Angela Merkel (CDU) – befinde sich die Sozialdemokratie als Partnerin der Koalition mit den Unionsparteien in einer schwierigen Zwangslage. Da zugleich die derzeitigen Umfrage-Resultate der SPD weiterhin auf niedrigem Niveau von 11 bis 13 Prozent stagnieren, stellen sich automatisch Fragen, ob an der Parteispitze mit Bärbel Bas und Lars Klingbeil die richtigen Personen stehen. Diese Überlegungen innerhalb der SPD wurden an diesem Wochenende von einem in Hamburg verlegten Nachrichtenmagazin aufgegriffen. Von daher schauen momentan viele Beobachterinnen und Beobachter auf die kommenden drei Wochen, wenn in Berlin die Gesetzesänderungen – von denen nicht zu Unrecht etliche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten einen Abbau von Sozialleistungen und weiteres Sinken der SPD-Werte befürchten – auf den Weg gebracht werden sollen.
Kommunalpolitik
Bis auf die Mitteilung, dass sich eine Delegation aus Lippstadt auf den Weg zum internationalen Hanse-Treffen nach Stargard (Polen) befindet, gab es zur Kommunalpolitik in der vergangenen Woche nicht viel zu vermelden. Immerhin stehen bis zur Sommerpause des Rates noch einige bedeutende Punkte auf der Tagesordnung. Speziell die Entscheidungen zu den Perspektiven von Bad Waldliesborn als Kurort. Sie werden nun von den Fachgremien in den verbleienden Wochen für die entscheidende Ratssitzung am Dienstag, 14. Juli, vorbereitet.
Hinweis
Diese Zeilen wurden am Samstag, 13. Juni 2026, 11,20 Uhr, veröffentlicht.