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Vom Kommerz bis zu Testspielen

Am morgigen Donnerstag, 11. Juni, wird die 23. Weltmeisterschaft (WM) im Fußball mit der Partie zwischen Mexiko und Südafrika eröffnet. Deutschland greift erst am kommenden Sonntagabend um 19.00 Uhr, MESZ, mit seinem Auftritt gegen Curacao in den Wettbewerb ein. Das jetzige Turnier sprengt alle bisherigen Maßstäbe: Es nehmen 48 Nationen teil, vor vier Jahren waren es noch 32. Aus 64 Spielen wurden 104. Was seither in einem Monat stattfand, erstreckt sich im Sommer 2026 auf fünfeinhalb Wochen. Und aufgrund der enormen Weiten zwischen den Spielorten wird die WM in 2026 passend als ein gigantisches Spektakel benannt.

Anmerkungen zur Fußball-WM von Hans Zaremba

Skeptischer Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft:
Ihn hat der Chronist des Lippstädter BVB-Fanclubs, Hans Zaremba, zum Auftakt des umstrittenen Turniers in Nordamerika formuliert.

Kommerzialisierung

Insbesondere richtet sich das Unbehagen der Medien sowie von unzähligen Anhängerinnen und Sympathisanten der populären Sportart gegen die vom Fußballweltverband Fifa (Fédération Internationale de Football Association) mit seinem umstrittenen CEO Giovanni Vincenzo Infantino intensivierte Kommerzialisierung und Gewinnmaximierung des Ballspiels. Die rundweg überzogenen Preise für die Eintrittskarten können die meisten Fans nicht stemmen. Darüber hinaus beeinträchtigt die schwierige Weltlage – einschließlich des bewaffneten Konfliktes zwischen den WM-Teilnehmern Iran und USA – das WM-Treffen. Zugleich belastet die unsägliche Kumpanei zwischen dem Herrscher im Weißen Haus, Donald John Trump, und seinem nahen Gefährten von der Fifa die Mega-Veranstaltung. Daneben sind durch die verschiedenen Zeitzonen etliche in den Nachtstunden angesetzten Begegnungen für die deutschen Fernsehkonsumenten alles andere als zuschauerfreundlich.  

Geschlossenheit

Zwangsläufig rücken unter diesen Faktoren der sportliche Reiz sowie das Interesse für die Wettkämpfe in den Hintergrund. Inwieweit sich in Deutschland eine WM-Begeisterung – ähnlich wie bei früheren Terminen auf dem europäischen Kontinent und in Südamerika – entfachen lässt, wird im Wesentlichen vom Abschneiden der von Julian Nagelsmann berufenen Kicker abhängen. Was die mannschaftliche Geschlossenheit der Crew des DFB (Deutscher Fußball-Bund) betrifft, gibt es erhebliche Bedenken. Das beginnt schon bei der Zusammenstellung des Kaders, der nicht überzeugt. Vor allem die diffizile Situation, wer bei der WM im deutschen Tor stehen soll. Durch die ungenügende Kommunikation des Bundestrainers in dieser Personalie waren schon vor dem Abflug des DFB-Teams in das Quartier in North Carolina viele Rügen zum Gebaren des Übungsleiters verzeichnet worden. 

Erkenntnisse

Erschwerend kommt hinzu, dass der vom erklärten Abschied des Jahres 2024 aus der Nationalelf im Mai 2026 abgerückte Manuel Neuer wegen seiner langwierigen Wadenprobleme vor dem WM-Start in zwei Testspielen fehlte. Sowohl in der Mainzer Arena gegen Finnland (4:0) als auch beim Chicagoer Match mit den USA (2:1). Schon beim Finale um den DFB-Pokal im Vergleich des FC Bayern München mit dem VfB Stuttgart (3:0) musste der 2011 vom FC Schalke 04 an die Isar gewechselte 40-Jährige passen. Folglich hatte der vom DFB-Chefcoach degradierte Oliver Baumann die undankbare Pflicht, die offizielle Nummer 1 zu vertreten. Eine Aufgabe, die der Hoffenheimer mit Bravour löste. Wegen der Verletzungsanfälligkeit des Bayern-Keepers hat sich die Skepsis verstärkt, ob er in Nordamerika überhaupt auflaufen kann. Obendrein fehlt nach seinem schweren Trainings-Unfall mit Lennart Karl ein absoluter Hoffnungsträger. Als plausibler Ersatz kommt Leroy Sané trotz seines Tores im USA-Spiel kaum in Betracht. Hingegen mehren sich die Zweifel, wie sie der Ex-Nationalspieler Thomas Helmer in der jüngsten NDR-Talkshow formulierte, in welchem Umfang das deutsche Aufgebot nach der lösbaren Gruppen-Situation ebenfalls die weitaus mühevollere Phase mit den sogenannten K.o.- Begebenheiten bewältigen kann.

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