Die Geschichte der Entlassungen der Übungsleiter im deutschen Fußballoberhaus ist geprägt von der Notwendigkeit, die Trainer wegen sportlicher Misserfolge, interner Streitigkeiten oder unrealistischer Erwartungen zu wechseln. Die Ergebnisse dieser Rochaden sind seit der Bundesliga-Gründung mit dem ersten Coach-Rauswurf im Oktober 1963, als Herbert Widmayer (1913-1998) beim 1. FC Nürnberg gehen musste, recht unterschiedlich ausgefallen. Manche Veränderungen in der Funktion des Betreuers an der Seitenlinie waren am Ende völlig verfehlt. So momentan in Frankfurt, wo im Februar der Spanier Albert Riera auf den freigestellten Dino Toppmöller folgte.
Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Auf sie schaut der Chronist der Lippstädter BVB-Fans, Hans Zaremba, in seiner Bundesligakolumne.
Frankfurt
Ein popliger Punkt aus den letzten drei Partien ist die magere Ausbeute der Frankfurter Sportgemeinde in der Regie des spanischen Impresarios. Und insbesondere die von Albert Riera am Tag vor der Partie mit dem HSV absolvierte merkwürdige Pressekonferenz sorgte für erhebliches Aufsehen in der Bankenmetropole. Für den einstigen Manager des SC Paderborn 07 und heutigem Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche, Verantwortlicher der Anstellung des Fußball-Lehrers von der iberischen Halbinsel, gewiss ein ärgerlicher Vorgang. Hingegen erreichten die Rothosen durch ihr 2:1 am Main den erstrebten Ligaerhalt.
Hamburg
Indessen kassierte der Hamburger Lokalrivale, der FC St. Pauli, beim 1:2 gegen den FSV Mainz 05 die 18. Schlappe in dieser Saison. Am heimischen Millerntor spielten die Kiezkicker wie ein Absteiger. Ein Remis wäre für den Emporkömmling des Jahres 2024 unverdient gewesen. Durch das 1:1 von Wolfsburg in Freiburg rutschte St. Pauli auf einen direkten Abstiegsplatz, während sich die Kicker aus der Autostadt auf dem Relegationsrang befinden.
Berlin
Zweifellos haben der 1. FC Union Berlin und Marie-Louise Eta als erste Frau auf dem Trainer-Stuhl einer Mannschaft aus der Männer-Bundesliga ein neues Kapitel in der deutschen Sportgeschichte aufgeschlagen. Doch es brauchte drei Auftritte bis diese Verbindung ihren ersten Zähler verbuchen konnte. Infolge des 2:2 im Treffen mit dem Effzeh Köln kann sich der Kultclub aus Köpenick nun auf ein achtes Jahr im Oberhaus einrichten.
Dortmund
Die Anhänger der Dortmunder haben in der 63. Bundesliga-Auflage bereits mehrere Wechselfälle erlebt. Nach dem 0:1 der Borussia beim Namensvetter in Mönchengladbach mussten die BVB-Fans – und die Lippstädter „Optimisten“ – erneut eine Pleite der von Nico Kovac formierten Profis verschmerzen. Mithin gerät die Vizemeisterschaft wieder in Gefahr.
München
Dass der Tabellenletzte Heidenheim beim Rekordmeister in München ein 3:3 holt, war vor dem Kräftemessen in Fröttmanig nicht zu erwarten. Dennoch kommt das Unentschieden für die Ost-Württemberger zu spät. Ihre Rückkehr in die Zweite Liga nach drei Jahren in der Beletage war schon vor einigen Wochen wahrnehmbar geworden. Dafür nimmt demnächst mit Schalke 04 ein Traditionsclub nach seinem 1:0 in der Zweiten Liga im Match mit Fortuna Düsseldorf den freien Platz im Oberhaus ein. Anerkennung gebührt den Knappen für ihre gelungene Renaissance. Für die Attraktivität der obersten Spielklasse in Deutschland ist das königsblaue Comeback ganz und gar ein Gewinn. Ebenso mit Blick auf die populären Derbys der Dortmunder Schwarz-Gelben mit den Blau-Weißen aus der Gelsenkirchener Vorstadt.