Viele Jahre hatte es gedauert, bis sich der DFB (Deutscher Fußball-Bund) in 1981 für einen eingleisigen Unterbau der Bundesliga durchringen konnte. Doch inzwischen hat die Zweite Liga eine Attraktivität gewonnen, die lange nur dem im August 1963 an den Start gegangenen Oberhaus vorbehalten war. Dazu beigetragen haben dürften neben den spannenden Konkurrenzkämpfen um die begehrten Aufstiegsränge für die Beletage vor allem etliche Traditionsclubs, die aktuell das Teilnehmerfeld bestimmen.
Bestandsaufnahme der Zweiten Liga von Hans Zaremba

Ihn nimmt der Chronist des Lippstädter BVB-Fangemeinde Hans Zaremba, vor.
Schalke
Gegenwärtig gehören auch fünf westfälische Vereine dazu: FC Schalke 04, SC Paderborn 07, VfL Bochum, Preußen Münster und Arminia Bielefeld. Von ihnen haben die Gelsenkirchener und Paderborner berechtige Chancen auf ein Bundesliga-Comeback in 2026/27. Insbesondere die Knappen, die sich am 16. Spieltag mit dem 1:0 im Vergleich mit dem 1. FC Nürnberg vorzeitig die inoffizielle Herbstmeisterschaft in der Zweiten Liga sichern konnten. Daran rütteln kann auch nicht das 1:2 der Königsblauen bei Eintracht Braunschweig am vierten Advent. Ein Garant für die Wiederauferstehung des einstigen Kumpel- und Machlocherclubs ist fraglos der im Juni 2025 aus Bremen verpflichtete Sportvorstand Frank Baumann. Er verkörpert am meist aufgeregten Schalker Markt eine ungewohnte Ruhe. Zudem scheint man in Miron Muslic einen Trainer gefunden zu haben, der zu Schalke passt.
Paderborn
Trotz ihrer zweimaligen Bundesliga-Abstiege in 2015 und 2020 verblüffen fortwährend die Domstädter aus dem Hochstift. Sie gehören fast durchweg zu den Spitzenteams im Unterhaus. So auch in der jetzigen Saison, wo sie zeitweise das Feld der 18 Teams anführten. Und erneut bewiesen die Blau-Schwarzen große Moral, als ihnen im letzten Match vor den Feiertagen gegen Darmstadt 98 nach einem 0:2 zur Halbzeit noch ein 2:2 gelang.
Münster
Ebenso hat sich Preußen Münster in der Zweiten Liga etabliert. Noch in der Saison 2022/23 kickten die Schwarz-Weiß-Grünen in der viertklassigen Regionalliga und waren damals auch zweimal ein Gegner des SV Lippstadt 08. Unterdessen befindet sich das Bundesliga-Gründungsmitglied auf dem Weg zu einer soliden Zweitliga-Adresse. Mit der Modernisierung des Stadions und weiterer Schritte entwickelt der Verein derzeit jene Voraussetzungen, die ihm ein Überleben im Unterhaus ermöglicht. Durch das späte 1:1 gegen den Tabellenzweiten SV Elversberg beendete Münster eine sportlich bemerkenswerte Hinrunde.
Bochum
Durch den Bundesliga-Abstieg im Mai 2025 hatte der VfL Bochum große Probleme sich wieder zu finden. Die Trennung des in Lippstadt noch als Spieler bekannten Dieter Hecking als Trainer folgte. Für ihn kam Uwe Rösler und brachte den VfL wieder in die Spur. Mit ihm blieben die Blau-Weißen beim 2:2 gegen Karlsruhe bereits im vierten Spiel ungeschlagen.
Bielefeld
Auch Arminia Bielefeld tat sich nach dem Verlust der Erstklassigkeit in 2022 lange schwer und musste zeitweilig sogar in der dritten Liga auflaufen. Erst im letzten Mai schafften die Männer aus der Leinweberstadt die Rückkehr in die Zweite Liga und haben indessen durchaus Chancen, in ihr über das Saisonfinale 2025/26 hinaus zu bestehen. Dies unterstrichen sie beim letzten Hinrunden-Auftritt im Berliner Olympiastadion, wo die Ostwestfalen im Vergleich mit der Hertha ein achtbares 1:1 einsackten.