Wie in den meisten der vorherigen Spielzeiten seit 2013 ist auch in der 63. Auflage der Bundesliga die Konkurrenz um die Meisterschaft aufgrund der Dominanz von Bayern München eine recht einseitige Angelegenheit. Zwangsläufig rückt damit der Kampf um den Klassenerhalt verstärkt in das Zentrum des Interesses der Anhänger des Fußballs.
Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Sie greift der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner aktuellen Kolumne nach dem 12. Spieltag in der Bundesliga auf.
Mönchengladbach
Lange galten die heutigen Erben der einstigen Fohlen nach ihren Abstiegen in 1999 und 2007 für das Jahr 2026 wieder zu den potentiellen Anwärtern einer Rückkehr ins Unterhaus. Doch der Mitte September in Gladbach vollzogene Trainerwechsel von Gerardo Seoane auf Eugen Polanski hat offenbar seine Wirkung gezeigt zu haben. Das belegt das torlose Unentschieden im Match mit dem aktuellen Zweitplatzierten aus Leipzig. Dabei hätte es durchaus mit einem Dreier für die Mönche enden können, wenn nicht zwei fragwürdige Entscheidungen des Videoassistenten die Brausemänner zum Remis verholfen hätten.
Heidenheim
Die vom Kultcoach Steffen Baumgart gruppierten Köpenicker sahen in der Begegnung mit dem bisherigen Tabellenletzten aus Heidenheim bereits wie der sichere Sieger aus. Aber das vom langzeitigen Übungsleiter der Baden-Württemberger, Frank Schmidt, formierte Team bäumte sich auf und nahm drei Punkte aus der Hauptstadt mit in die Stadt an der Brenz. Damit zogen sie in der Tabelle am FC St. Pauli vorbei und rückten näher an den HSV heran. So hat der Verein aus dem deutschen Südwesten den Druck auf die Clubs aus der Freien und Hansestadt im Kampf um den Erhalt ihrer Plätze in der Beletage erheblich erhöht.
St. Pauli
Zwei späte Buden der Bayern in der Nachspielzeit waren maßgeblich für die neunte Schlappe in Serie mit dem 1:3 der Kiezkicker, die nun erstmals in der Saison auf einen Abstiegsplatz rutschten. Das Lob für die Kicker vom Millerntor für ihren Kampf an der Isar ist nur ein schwacher Trost, aber es macht ihnen Mut und stärkt ihren Coach Alexander Blessin.
HSV
Indessen konnten die Lippstädter HSV-Sympathisanten, die ehemalige Ratsfrau Christine Goussis und der Vormann der örtlichen SPD-Senioren, Karl-Heinz Tiemann, über das 2:1 des von ihnen geschätzten Bundesligisten im Fight mit dem zuletzt formstarken VfB Stuttgart jubeln. Insbesondere, weil der Erfolg in Unterzahl erreicht wurde. Nun kommt es am Tag nach Nikolaus zum Nordklassiker zwischen den Rothosen und Grünweißen aus Bremen, denen am Vorabend zum ersten Advent im Weserstadion gegen Köln nur ein 1:1 gelang.
Dortmund
Borussia Dortmund hat in der aktuellen Spielzeit mehrere Begegnungen meist ohne Glanz für sich entschieden. Mit dem Pragmatiker Niko Kovac an der Seitenlinie scheint der BVB es endlich zu schaffen, sich von der Hinterlassenschaft ihres vormaligen Impresario Jürgen Klopp zu lösen. Manche der treuen schwarz-gelben Fans – auch einige bei den Lippstädter „Optimisten“ – sind von dieser Art der Auftritte ihrer Borussia nicht gerade entzückt. Aber am Ende sind es die Dreier, die den Dortmundern ihren Weg für die Champions-League-Qualifikation 2026/27 ebnen. Ob jetzt gegen die TSG 1899 Hoffenheim die Taktik ihres Betreuers gleichfalls greifen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin fertigten die Kraichgauer am vorletzten November-Tag ins Sinsheim die Gäste aus Augsburg mit einem 3:0 ab. Auch der Dorfverein hat für sein Saison-Ziel die europäische Königsklasse ins Blickfeld genommen.