In der vorletzten Woche vor den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen waren auch in Lippstadt verschiedene Aktionen der Parteien und Wählergemeinschaften sowie der Einzelbewerberinnen und -bewerber für die Abstimmungen am Sonntag, 14. September, zu verzeichnen. So fanden in den letzten Tagen zwei bemerkenswerte Diskussionen mit der Kandidatin und den fünf männlichen Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Lippstadt am Mittwochabend sowie mit den vier Aspiranten für die Aufgabe als Landrat des heimischen Kreises am gestrigen Freitag statt.
Wochenrückblick von Hans Zaremba

Sie gestalteten den Ver-di-Dialog. Von links Oliver Kolberg, Ver.di-Sekretär, die vier Landratskandidaten Christof Rasche (FDP), Dr. Bastian Weber (SPD), Heinrich Frieling (CDU), und Jan Hülsemann (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Edmund Goldstein, Ver.di-Ortsvereinsvorsitzender.
Foto: Hans Zaremba
Bürgermeisterwahl
Seit dem Herbst 1999 und im Anschluss in den Jahren in 2004, 2005, 2014 und 2020 waren die Wählerinnen und Wähler in Lippstadt bislang fünfmal aufgerufen, bei einer Urwahl über die Besetzung der Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters mit den Aufgaben als Vorsitzender des Stadtrates und Chefs der Stadtverwaltung zu befinden. Dabei gingen entweder zwei oder drei Personen jeweils in das Rennen um den Bürgermeisterstuhl. Doch in 2025 sind es gleich sechs Personen, ein Novum in der Geschichte von Lippstadt. Mit diesem Personenkreis richtete die örtliche Tageszeitung am Mittwoch auf der Studiobühne des Stadttheaters eine gut organisierte und informative Veranstaltung aus. Neben der Befragung durch die zwei Redakteure des Lippstädter Blattes hatten auch die Leserinnen und Leser der Publikation die Möglichkeit, Fragen an die Bewerberin und ihre fünf männlichen Mitbewerber zu richten. Das Spektrum der Diskussion reichte vom Anbau für das Stadtmuseum über den Hochwasserschutz, schlechte Wirtschafts- und Radwege, Fusion der vormaligen Krankenhäuser der evangelischen und katholischen Kirchen zum Christlichen Klinikum Lippstadt mit all seinen Folgen, Klimaschutz sowie Arbeitsplätze und Wirtschaft bis zum Diskussionsstil im Stadtrat.
Landratswahl
Ebenso interessant war zwei Tage später im Lippstädter Quality-Hotel das von Ver.di (Vereinigte Dienstleitungsgewerkschaft) angebotene Podiumsgespräch mit den vier Männern als Bewerber für das Landratsamt. Während bei der Bürgermeisterwahl der aktuelle Amtsinhaber mit zum Bewerberfeld zählt, wird es nach dem Verzicht auf eine weitere Kandidatur der seit 2007 amtierenden Landrätin auf jeden Fall im Kreishaus einen Wechsel geben. Die Themenpalette umfasste vier Blöcke: Öffentlicher Personennahverkehr, Wohnen, Pflege- und Gesundheit sowie Bildung. Auch dieser Abend zeichnete wie zuvor auf der Studiobühne im Lippstädter Musentempel einen fairen Umgang der Bewerber aus. Ebenso wurde beim Verdi-Abend wie beim Gespräch im Stadttheater die Debatte das nun für Christliche Klinikum Lippstadt geltende katholische Arbeitsrecht betrachtet. Dies vor dem Hintergrund der erfolgten Dienstanweisungen gegenüber dem Chefarzt der Gynäkologie, die ihm die Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen untersagt. Auffallend waren in beiden Runden, dass jeweils der Teilnehmer aus der Union diese Anordnungen als richtig betrachtete, hingegen sich die Kandidatin und die männlichen Bewerber auf der Seite des betroffenen Mediziners wiederfanden.
Demonstration
Bereits zum vierten Mal gingen in Lippstadt Demonstranten auf die Straße, um am vergangenen Sonntag ihren Protest gegen die gleichzeitige Kundgebung der rechtpopulistischen AfD auf dem Rathausplatz zum Ausdruck zu bringen. Die Losung der Prozession der rund 1.200 Teilnehmer durch die Innenstadt lautete: „Diese Stadt gehört uns, nicht der AfD“ und ihr Bestreben war davon geprägt, die Grundpfeiler der Demokratie zu verteidigen.
Mitwirkung
Während der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag in Bratislava bei ihrem Auswärtsspiel für die WM-Qualifikation (mit dem 2:0 der Slowakei gegen Deutschland) für viele Fußballfans ein Abend zum Vergessen war, glückte dem Lippstädter Comedian Matze Knop, am Montag einen unterhaltsamen Abend rund um den Fußball zu organisieren. Bereits zum dritten Mal nach 2023 und 2024 gelang es dem Lippstädter Fernsehmoderator, für die vom ihm unterstützte Aktion „Kinderlachen“ eine Vielzahl von Prominenten des Sports und aus der Unterhaltungsbranche in seine Heimatstadt zu locken. Es ist das Verdienst des 1974 in Lippstadt geborenen Allround-Künstlers, für die von ihm begleiteten Aktivitäten der in Dortmund ansässigen und im Vereinsregister notierten Organisation „Kinderlachen“ die Prominenten aus der Sportwelt und Unterhaltungsbranche für ihre unentgeltliche Mitwirkung zu gewinnen.