Während an der Lippe die Bewerberin und fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt sowie die Parteien mit Infopunkten fünf Wochen vor dem Wahltermin am 14. September ihr Engagement intensiviert haben, fand am gestrigen Freitag, 8. August, in Lippstadt eine vielbeachtete Demonstration für Frauenrechte statt. Der Hintergrund der Kundgebung war die Entscheidung des Trägers des Klinikums Lippstadt – hervorgegangen aus der Fusion des evangelischen Krankenhauses mit dem katholischen Krankenhaus – mit dem erteilten Verbot gegenüber dem Mediziner Professor Dr. Joachim Volz, weiterhin Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu können.
Wochenrückblick von Hans Zaremba

Kundgebung während der Demonstration für Frauenrechte mit Professor Dr. Joachim Volz (rechts am Mikrophon) vor dem einstigen Evangelischen Krankenhaus in Lippstadt, in dem der Mediziner seit Jahren als Gynäkologe arbeitet.
Foto: Karl-Heinz Tiemann
Demonstration
Rund 2.000 Demonstranten hatten sich nach Medienberichten – wie dies über den Deutschlandfunk und mehrere überregionale Fernsehsender verbreitet wurde – in Lippstadt eingefunden, um das Ansinnen des leitenden Arztes auf seinem Weg über die Wiedenbrücker Straße bis zur Lipperoder Straße zum im Lippstädter Amtsgericht tagenden Hammer Arbeitsgericht zu unterstützen. Unter ihnen befanden sich auch Politikerinnen und Politiker aus der Bundes- und Landespolitik unterschiedlicher Couleur. Ebenso lokale Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Mit seiner Klage vor dem Arbeitsgericht ist der Arzt Dr. Joachim Volz allerdings vorerst gescheitert. Daher kann der heutige Lippstädter Krankenhausträger das katholische Arbeitsrecht, das seinem Personal Schwangerschaftsabbrüche strikt untersagt, durchsetzen. Ob allerdings damit bereits das letzte Wort der Gerichte zur Klage von Volz gesprochen worden ist, bleibt abzuwarten. Der betroffene Gynäkologe will, so lautete in den Medien der übereinstimmende Tenor – in die nächste Instanz gehen. Wann dieser Termin sein wird, kann momentan noch nicht mitgeteilt werden. Kurzum: Das neue aus den vormaligen Einrichtungen der katholischen und evangelischen Kirchen gebildete christliche Klinikum kommt bis auf weiteres nicht zu Ruhe. Kein guter Start für das nach langen Verhandlungen und Debatten formierte Christliche Klinikum in Lippstadt, das ohnehin durch die kürzlich verkündeten Wechsel ihrer Geschäftsführer einige gravierende Veränderungen verarbeiten musste.
Bundespolitik
Offensichtlich hat die im Mai 2025 ins Amt gekommene Bundesregierung aus den Unionsparteien und Sozialdemokraten die in ihr gesetzten Erwartungen bisher noch nicht erfüllt. Die am Donnerstag, 7. August, veröffentlichte Umfrage der ARD belegt dies nachdrücklich. Laut dem „Deutschlandtrend“ sind nur noch 29 Prozent der Deutschen mit der Arbeit von Schwarz-Rot zufrieden. Das entspricht einem heftigen Minus von zehn Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ebenso hat der jetzige Bundeskanzler erhebliche Schwierigkeiten, die Politik der von ihm repräsentierten Regierung hinlänglich zu vermitteln. Ohnehin ist die schwarz-rote Koalition durch die am Freitag, 11. Juli, gescheiterte Besetzung der freiwerdenden Stellen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in ein schweres Fahrwasser geraten, wobei der offenkundig überforderte CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn durch sein ungeschicktes Verhalten in der Richterpersonalfrage eine beträchtliche Vertrauenskrise zwischen den Partnern aus der Union und SPD ausgelöst hat. Sie zu kitten, wird vor den anstehenden Reformen des Bürgergeldes, der Pflegeversicherung und Rentenproblematik nicht leicht sein.
Fußball
Während die erste Adresse im Lippstädter Fußball, der SV Lippstadt 08, erst am morgigen Sonntag, 10. August, bei seinem Auftritt in Vreden wieder den Spielbetrieb aufnimmt, haben die Begegnungen in der zweiten Bundesliga schon am letzten Wochenende begonnen. Dabei konnten die ostwestfälischen Clubs aus Bielefeld (5:1 gegen Düsseldorf) und Paderborn (2:1 im Treffen mit Kiel) ihre ersten Dreier einsacken. Relativ bescheiden war indessen am gestrigen Freitagabend das 1:1 von Paderborn in Münster. Im Duell der Domstädter beherrschten die Männer aus dem Hochstift zwar weitgehend die Szene, mussten sich trotz ihrer frühen Führung von 1:0 bei den Preußen am Ende mit einem Remis abfinden. Unabhängig davon zeichnet jetzt schon erneut ab, dass das Rennen im sogenannten Unterhaus des Fußballs auch in dieser Saison viel an Spannung beinhaltet. Ob die Beletage, also die Bundesliga, genauso interessante Partien anbieten wird, bleibt angesichts des dortigen Gefälles zwischen „reichen“ und „armen“ Vereine mit Blick auf ihre finanziellen Möglichkeiten ungewiss. Bekannt ist dagegen, dass der Wirt der Lippstädter BVB-Filiale von den „Optimisten“, Roland Jathe, seit dem vergangenen Montag auch König der Schützen aus dem Süden von Lippstadt ist.