Während von den unterlegenen Fraktionen im Stadtrat – CDU und BG – versucht wird, das Ratsvotum zur überfälligen Renovierung und Erweiterung des Museums aus dem Februar 2025 zu unterlaufen, wurde beim Treffen des städtischen Jugend- und Sozialausschusses im Mai einem anderen Langzeitprojekt der Weg geebnet: Es betrifft den Mehrgenerationentreffpunkt für die nördliche Kernstadt in der Beckumer Straße.
Entscheidung im Rat am Montag, 30. Juni 2025

Auf dieser freien und im Eigentum der GWL befindlichen Fläche an der Beckumer Straße gegenüber der WLE und in Nachbarschaft zum Evangelischen Gymnasium soll der Mehrgenerationentreffpunkt für den Norden der Lippstädter Kernstadt entstehen.
Foto: Hans Zaremba
Empfehlung
Der Treffpunkt soll von der GWL (Grundstücks- und Wohnungsbau Lippstadt GmbH) an der Beckumer Straße gebaut werden. Dafür steht gegenüber der WLE (Westfälische Landes-Eisenbahn) ein im Eigentum der städtischen Gesellschaft befindliches Grundstück zur Verfügung. Es ist ein Bau in traditioneller Spitzgiebelausführung mit drei Geschossen geplant. Während im Parterre die Mehrgenerationenarbeit ihren Platz finden soll, sind für die anderen Stockwerke Appartements vorgesehen, die von der Lebenshilfe in Lippstadt im Rahmen des Konzeptes „Betreutes Wohnen“ begleitet werden. Vor der im Mai 2025 getroffenen Empfehlung des Jugend- und Sozialausschusses für die Errichtung des Gebäudes wurde in mehreren Runden mit Personen aus der Politik, der Verwaltung, GWL und Lebenshilfe die vorläufige Konzeption mit den jährlichen Kosten in Höhe von 203.000 Euro entwickelt. Initiiert wurde das Vorhaben im Frühjahr 2021 von der Ratsfraktion der SPD.
Zielgruppen
In die Sachdarstellung des vom Stadtrat in seiner Sitzung am Montag, 30. Juni 2025, endgültig vorzunehmenden Einrichtungsbeschlusses ist unter anderem eine Analyse des Einzugsgebietes im Lippstädter Kernstadt-Norden mit der Identifikation der Zielgruppen und die Bedarfslagen der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer des in städtischer Regie zu betreibenden Hauses eingeflossen. Wörtlich heißt es dazu: „Dieser Prozess wurde eng durch eine Abstimmung mit den zukünftigen Kooperationspartnern, insbesondere der Lebenshilfe Lippstadt e.V. und der GWL geprägt. Die Beteiligung des Seniorenbeirates, eine Befragung der Besucherinnen und Besucher des Marktes der Möglichkeiten sowie Gespräche mit dem Evangelischen Gymnasium und weiterer maßgeblicher Akteure haben dazu beigetragen, die Leitgedanken zu Angebot, Raumstruktur, Personalbedarf und Finanzierungsrahmen formulieren zu können.“ Nach dem vom Jugend- und Sozialausschuss erörterten Papier sollen in Anlehnung an die Erfahrungen der Arbeit im „Mikado“ entsprechende Angebote für Senioren und Familien für die nördliche Lippstädter Kernstadt unterbreitet werden.

Diese Skizze mit der zeichnerischen Darstellung des in der Beckumer Straße geplanten Begegnungszentrums ist der inzwischen von den lokalen Medien und am Mittwoch, 21. Mai 2025, im Jugend- und Sozialausschuss der Stadt Lippstadt vorgestellten Konzeption entnommen.
Quelle: GWL
Mittagstisch
Bei der Abfassung der vorgelegten 24 Seiten umfassenden Konzeption bildeten die mit dem Treffpunkt „Mikado“ seit dem Jahr 2017 gewonnenen Erfahrungen eine passende Grundlage. Folgerichtig wird in der Beschreibung „Mehrgenerationenhaus Nördliche Kernstadt“ ausgeführt, dass sich der Zuspruch für das „Mikado“ stetig gesteigert habe und die Nachfrage indessen oftmals von den räumlichen Möglichkeiten der Einrichtung im Wohnpark Süd nicht mehr entsprochen werden konnte. Eine Feststellung, die schon länger von den Besucherinnen und Besuchern des Hauses in der Goerdelerstraße beobachtet wurde. Dazu wird im weitgehend von Frank Osinski, Leiter des Fachdienstes Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Lippstadt, verfassten Papiers herausgestellt: „Aus der bisher vorgenommenen Herleitung des Bedarfes für ein weiteres Zentrum in Lippstadt zur Stärkung des Gemeinwesens ergeben sich für die weitere Planung und Beschlussfassung folgende Punkte eines Handlungskonzeptes.“ Genannt werden: a) Zielgruppen, b) Lage des Hauses, c) Raumanforderung und d) Inhaltliches Angebot des Hauses. Für die nun geplante Begegnungsstätte im Kernstadt-Norden ist auch vorgesehen, einen Mittagstisch im Zusammenwirken mit der Küche des benachbarten Evangelischen Gymnasiums vorzuhalten, der von Montag bis Donnerstag geöffnet sein könnte.
Zeitrahmen
Nach den noch erforderlichen baurechtlichen Beschlüssen könnte der Baubeginn Anfang 2026 erfolgen, wobei für die Fertigstellung von 18 Monaten ausgegangen wird. Nach der einstimmigen Empfehlung des Jugend- und Sozialausschusses im Mai 2025, hat nun der Stadtrat am Montag, 30. Juni 2025, über ein Projekt zu befinden, das seit dem März 2021 häufiger auf den Tagesordnungen der unterschiedlichen städtischen Gremien stand.
Dank
Der für den Norden beabsichtigte Treffpunkt der Generationen wäre die konsequente Ergänzung des Lippstädter Engagements als „Familienfreundliche Kommune“. Als Beteiligter des Verfahrens für den beabsichtigten Mehrgenerationentreffpunkt in der nördlichen Kernstadt möchte ich allen Personen für ihre konstruktive und fortwährende Mitwirkung bei der Vorbereitung des jetzt in der voraussichtlich letzten Zusammenkunft in der aktuellen Periode des Lippstädter Stadtrates vorzunehmenden Votums danken.
Hans Zaremba