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Das große Zittern bleibt

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Während die Titelvergabe für Bayern München sehr frühzeitig entschieden war, bleibt es im Abstiegskampf bis zum Schluss der 58. Auflage der Bundesliga interessant. Arminia Bielefeld könnte es nun mit einem Sieg bei VfB Stuttgart aus eigener Kraft schaffen. Bei dieser Konstellation haben Werder Bremen oder der 1. FC Köln lediglich noch die Möglichkeit, den gravierenden Sturz ins Unterhaus über die Relegation zu vermeiden. Das große Zittern geht weiter, die Nerven bleiben zum Zerreißen gespannt.  

Bundesligakommentar Foto
Der Abstiegskampf bleibt spannend: Das meint der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner Kolumne nach dem 33. Spieltag der 58. Auflage der Fußballbundesliga.

Bielefeld

Der Aufsteiger aus der Leineweberstadt hätte bereits am 33. Spieltag angesichts der Niederlage von Bremen in Augsburg und dem Remis der Kölner bei der Hertha mit einem Sieg über Hoffenheim seinen Ligastatus für ein weiteres Jahr sichern können. Der Dorfclub aus dem Kraichgau verdankt seinen Punkt der unzulänglichen Chancennutzung der Arminia.

Bremen

Was in den vergangenen Wochen an der Weser vermehrt gefordert wurde, ist als Folge der Schlappe von 0:2 in der Fuggerstadt noch in der Endphase der Saison eingetreten: Die vorzeitige Trennung vom Trainer Florian Kohfeldt. Sie wurde nach dem Schlusspfiff in Augsburg durch das Interview des Bremer Sportdirektors Frank Baumann im ZDF-Sportstudio bereits prophezeit. Jetzt soll es das Urgestein Thomas Schaaf in der letzten Begegnung gegen Gladbach richten. Der Sechzigjährige, der Werder bereits 14 Jahre betreut und in 2004 das Double mit den Grün-Weißen geholt hatte, war schon länger als Notnagel im Gespräch. Für viele Freunde des vierfachen Meisters jedoch ein zu später Akt.

Köln

Ohne einen Dreier im einstigen Westklassiker mit dem Tabellenletzten Schalke 04 wird der Effzeh seinen siebten Abstieg aus der Bundesliga nicht mehr abwenden können. Dann dürfte auch das Schicksal von Horst Heldt als Sportgeschäftsführer in der Domstadt besiegelt sein, obwohl sein Vertrag noch bis in das Jahr 2023 reichen soll. Dem zuvor in ähnlicher Position in Stuttgart, Schalke und Hannover tätigen früheren Fußballprofi werden etliche fragwürdige Entscheidungen vorgeworfen. So auch das zu lange Festhalten an Markus Gisdol, dessen Kontrakt er trotz der heftigen Kritik an der Arbeit des Übungsleiters verlängerte. Die Verpflichtung von Friedhelm Funkel hätten die Kölner wesentlich früher vornehmen müssen.

Frankfurt

Offenbar haben die für den Sommer feststehenden Abgänge aus der Chefetage bei  Eintracht Frankfurt mit Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und Coach Adi Hütter ihre Folgen auf die Taten der Männer auf dem Rasen gehabt. Nicht anders lässt sich der tiefe Leistungsabfall der Equipe erklären, die durch Siege über Borussia Dortmund (2:1) und VfL Wolfsburg (4:3) die Qualifikation für die Champions League 2021/22 schon in der Tasche hatte. Der peinliche Auftritt auf dem Berger Feld des FC Schalke 04 (3:4) und die Worte von Sebastian Rode bei Sky „Wenn eine Mannschaft, die schon abgestiegen ist, den Sieg mehr will als eine, die in die Champions League will, ist das sehr ernüchternd. Wir haben als Mannschaft komplett versagt“ unterstreichen die Konflikte der Hessen. Sie sind fraglos durch die zur Unzeit verkündeten Abschiede der Frankfurter Spitzenleute entstanden. Für den Club aus dem Revier und seinem treuen Anhang in Lippstadt „“Graf Bernhard“) und Wadersloh („Füchse“) war dieser Sieg eine tröstliche Ablenkung in einer verkorksten Saison.

Dortmund

Nutznießer der hausgemachten Krise der Sportgemeinde Eintracht ist Borussia Dortmund. Durch ihr 3:1 beim FSV Mainz 05 konnten die Schwarzgelben die eigentlich schon aus dem Blick verlorene Qualifikation für die europäische Königsklasse zurückholen. Drei Tage nach dem BVB-Sieg im DFB-Pokal für die Lippstädter „Optimisten“ wieder ein Grund zum Jubeln.  

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