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Pressemitteilungen für die OPTIMISTEN

Fußballzeitreise in Dekaden [23.11.2011]

Hans Zaremba über Gerd Kolbe und Borussia Dortmund

Von einem kurzweiligen Abend sprach der Lippstädter Oberborusse Bernhard Scholl, als er beim voradventlichen Treffen der von ihm geleiteten BVB-Freunde an der Lippe den Chronisten und Archivar von Borussia Dortmund, Gerd Kolbe, im Vereinslokal der „Optimisten“, „Jathe`s Kegelbahnen“, begrüßen konnte. Unterhaltsam war es auch, was der einstige Pressesprecher des Bundesligisten und frühere Leiter der Pressestelle der Stadt Dortmund den über 60 versammelten optimistischen Gästen über die Geschichte der schwarzgelben Borussia berichtete.


Zwei überzeugte Freunde des schwarzgelben Dortmunder Fußballs durch und durch: Gerd Kolbe (links), Chronist und Archivar von Broussia Dortmund, und Eberhard Beck, Urgstein der Lippstädter OPTIMISTEN und Teilnehmer an allen sieben Meisterschaftsfeiern des BVB 09 von 1956 bis 2011.

Ferdinand Fabra

In einer Zeitreise mit Abständen von jeweils zehn Jahren schilderte der exzellente Kenner des deutschen Fußballmeisters die große Vergangenheit des Traditionsclubs. Der redegewandte Gast begann seinen Vortrag mit dem Jahr 1906, wo am 8. Oktober im benachbarten Geseke der 2007 in Hamburg im Alter von 101 Jahren verstorbene Ferdinand Fabra auf die Welt kam. Der spätere Lehrer am Ostendorf-Gymnasium wuchs in Lippstadt auf, studierte in Berlin Sportwissenschaften und führte als Trainer den BVB zu seinen ersten Titeln, 1947 zur westfälischen und 1948 zur westdeutschen Meisterschaft. Zudem war der begnadete Schachspieler am 5. Mai 2000 einer der Paten bei der Gründung der „Optimisten“. Dazu war er im hohen Alter von 93 Jahren mit dem Fahrrad aus der Burgstraße in das damalige Domizil der Lippstädter BVB-Gemeinde, „Zum Krug“ in der Pappelallee gekommen.

Heinrich Kwiatkowski

Gerd Kolbe setzte seine spannenden Erzählungen mit dem Jahr 1916 fort, wo die erste offizielle Geschäftsstelle des DFB von Dortmund nach Köln verlegt wurde. Ebenso er schaute auf das Jahr 1926, als im benachbarten Gelsenkirchen mit Heinrich Kwiatkowski einer der größten Torhüter von Borussia Dortmund das Licht der Welt erblickte. „Kwiat“, wie ihn die Fans riefen, wurde mit dem BVB dreimal (1956, 1957 und 1963) deutscher Meister und kam auch bei zwei Fußballweltmeisterschaften (1954 und 1958) in der Nationalelf zum Einsatz. Der in Holzwickede wohnende „Rentner im Unruhestand“ erinnerte auch an das Jahr 1936, wo Borussia Dortmund mit seinem ersten Nationalspieler August Lenz in die Gauliga aufstieg und sich mit ihm in der damals obersten deutschen Spielklasse etablieren konnte.

Alfred Preißler

Eine Dekade später (1946) sei die Dortmunder Innenstadt nach den heftigen Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges noch zu 93 Prozent zerstört gewesen. „Doch der Fußball war nicht totzukriegen“. Schon 1946 belegte Borussia Dortmund in der zweiten Staffel der neu gegründeten Landesliga West den vierten Rang. Einer der tragenden Akteure sei Alfred „Adi“ Preißler gewesen, von dem der legendäre Spruch „„Grau is alle Theorie – entscheidend is auf'm Platz“ stamme. Zudem sollte der erste Weihnachtstag 1946 „ein ganz wichtiges Datum für die Dortmunder Borussia werden“, als im niedersächsischen Northeim der heutige Präsident von Borussia Dortmund und der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Dr. Reinhard Rauball, seinen ersten Schrei von sich gab. Es gilt als Retter des BVB, da in jeder seiner drei Amtszeiten (1979 bis 1982, 1984 bis 1986 und erneut seit 2004) den Verein vor dem Konkurs rettete.

Helmut Schneider

Im Jahr 1956 habe Borussia Dortmund mit dem Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft (4:2 im Berliner Endspiel gegen den Karlsruher SC) endgültig den „sportlichen Durchbruch geschafft“. Das bemerkenswerte an der von Trainer Helmut Schneider formierten Elf sei gewesen, dass ihr als einzige in der langen Geschichte des deutschen Fußball das Kunststück gelang, ein Jahr später in der exakt der gleichen Besetzung (damals waren Auswechselungen in Pflichtspielen nicht möglich) gegen den HSV (4:1 in Hannover) den Titel zu verteidigen.

Siegfried Held

Zehn Jahre darauf – am 5. Mai 1966 – habe der BVB erneut einen Markstein gesetzt. Als erste deutsche Vereinsmannschaft gewann er im Finale der Cupsieger (2:1 über Liverpool) einen Europapokal. Einer der Torschützen der Glasgower Begegnung war der Nationalspieler und jetzige BVB-Fanbeauftragte Siegfried „Siggi“ Held, der mit Gerd Kolbe zu den „Optimisten“ nach Lippstadt gekommen war. Die besondere Klasse jener Mannschaft habe sie auch durch den zweiten Platz zum Ende der Bundesligaspielzeit 1965/66 unterstrichen. Eine Bestätigung dieser Erfolge sei ebenso die Berufung von vier Kickern des Europacupgewinners (Lothar Emmerich, Siegfried Held, Wolfgang Paul und Hans Tilkowski) in das Aufgebot für die Fußballmeisterschaft von 1966 in England gewesen, wovon mit Tilkowski im Tor sowie Held und Emmerich im Angriff immerhin drei Spieler im denkwürdigen Londoner Finale mit dem umstrittenen dritten Tor am 30. Juli 1966 gestanden haben.

Otto Rehhagel

Das Jahr 1976 bedeutete für die Dortmunder Borussia den Wiederaufstieg in die Bundesliga, die sie vier Jahre zuvor verlassen musste. In zwei Aufstiegsspielen gegen Nürnberg (1:0 in der Noris und 3:2 vor eigenem Publikum) gelang dem von Otto Rehhagel betreuten Team die Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs. Doch unmittelbar vor den Treffen mit den Franken wurde der bisherige Trainer der Dortmunder, Horst Buhtz, entlassen, weil dieser bereits mit dem Relegationskonkurrenten für die Spielzeit 1976/77 einen Vertrag abgeschlossen hatte. Der BVB-Vorstand wollte mit dieser Entscheidung verhindern, den angestrebten Aufstieg zu gefährden. Im selben Jahr wurde Gerd Kolbe von den Borussen zum Pressesprecher berufen.

Jürgen Wegmann

Durch die nur mäßige Platzierung nach der Saison 1985/86 musste der BVB 1986 als Sechzehnter erneut in die Relegation. Nach einem 0:2 bei Fortuna Köln war die Borussia gezwungen, das Rückspiel mit zwei Treffern Unterschied zu gewinnen. Dies gelang ihr auch durch ein Tor von Jürgen Wegmann, genannt die „Kobra“, in der letzten Minute. Damit war der Weg für ein Entscheidungsspiel in Düsseldorf frei, was Dortmund mit 8:0 eindeutig für sich entscheiden konnte. Mehr als 30.000 Anhänger begleiteten vor 25 Jahren ihren Verein zu diesem wichtigen Spiel in die Landeshauptstadt.

Ottmar Hitzfeld

Schon im Juli 1991 hatte der BVB den aus Lörrach stammenden und lange in der Schweiz tätigen Ottmar Hitzfeld als Cheftrainer verpflichtet. In seiner Ägide konnte im Sommer 1996 die ein Jahr vorher gewonnene Meisterschale verteidigt werden. Dieser Doppelerfolg wurde eine Spielzeit später mit den Siegen in der Champions League (3:1 in München gegen Juventus Turin) und im Weltpokal (2:0 in Tokio gegen Cruzeiro Belo Horizonte) noch gesteigert. Kopf der erfolgreichen Mannschaft war Matthias Sammer, der auch beim Gewinn der Europameisterschaft der deutschen Nationalmannschaft im Jahr 1996 in England einer der Leitwölfe des DFB-Teams war.

Gerd Kolbe

Der Chronist aus Dortmund schloss seinen Reigen der aufschlussreichen Betrachtungen über den BVB mit einem Rückblick auf das Jahr 2006, als zum zweiten Mal in Deutschland eine Fußballweltmeisterschaft stattfand und die Arena der Borussia an der Strobelallee in Dortmund eine Spielstätte des Weltturniers war. Sechs Spiele wurden im ehemaligen Westfalenstadion ausgetragen, davon zwei Begegnungen der deutschen Nationalelf (1:0 gegen Polen und 0:2 gegen Italien). Bei diesem Turnier durften Gerd Kolbe als WM-Beauftragter und Siegfried Held als WM-Botschafter die Stadt Dortmund repräsentieren

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